Meine ersten Calisthenics-Gehversuche – Teil 1

Wenn man sieht, was dieser Mann treibt, ist es fast unmöglich, von Calisthenics nicht begeistert zu sein…

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne Sport mache. Ich mache seit einigen Jahren Krafttraining und habe mich dabei von mehrmals innerhalb von wenigen Wochen von 75 auf 81 kg Körpergewicht hochtrainiert. Mehrmals deshalb, weil ich einen irrsinnigen Stoffwechsel habe und sofort auch wieder abhnehme, wenn ich mal ein Monat nicht trainiere und esse, wie ein Irrsinniger. Was es mit Krafttraining und Essen für Hardgainier auf sich hat, ist aber wieder eine andere Geschichte. Heute möchte ich euch erzählen, was mich auf Calisthenics gebracht hat.

Was mich auf Calisthenics gebracht hat

2011 habe ich ein Jahr lang jeden Tag Yoga gemacht und ich war fasziniert, wie stark und energievoll ich mich fühlte. Es war so ganz anders, wie während meiner Wochen intensiven Krafttrainings. Ich fühlte mich feiner, spritziger und witzigerweise auch kraftvoller. Das gab mir zu denken. Natürlich bekam ich vom Yoga nicht so schnell Muskelmasse wie vom Krafttraining, aber ich fühlte mich besser und ganz ehrlich war ich es auch. Durch das Krafttraining war ich zwar optisch stärker und konnte bestimmte Bewegungsabläufe natürlich mit mehr Gewicht bewältigen, aber in ihrer Gesamtheit war meine Muskulatur nicht optimal trainiert.

Ich entschied mich also für abwechselnde Sessions von Yoga und Krafttraining, was sich in der Theorie ganz gut anhört, sich in der Praxis für mich aber als schwierig erwies. Wenn ich Yoga gemacht hatte, kam mir das Krafttraining danach immer so grob, ja geradzu bescheuert vor und wenn ich mich umgekehrt richtig in eine Krafttrainingsession reingehauen habe, erschien mir Yoga zu friedlich und langweilig und ich hatte keine Lust dazu. Obwohl sie sich theoretisch durchaus super ergänzen, sind Yoga und Krafttraining doch zwei sehr unterschiedliche Lebenseinstellungen. Beim Krafttraining geht es immer um viele Gewichte, viel Essen, Masse und Quantität. Beim Yoga geht es um Effizienz, Ruhe, Gelassenheit und Kraft aus Bescheidenheit. Man möchte leicht essen, weil man merkt, dass das dem Körper eigentlich besser tut.

Nun möchte ich an dieser Stelle nicht Yoga und Krafttraining vergleichen, denn das wäre, als ob ich Äpfel mit Bananen vergleiche. Es kommt darauf an, was man erreichen will. Wenn man aussehen will wie Arni sollte man Krafttraining machen und abwechslungsreich und speziell als Hardgainer in riesigen Mengen essen. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung von etwa 4000 Kalorien am Tag. Wenn man aber gesund sein möchte, spritzig, beweglich und nicht nur in ein paar Bewegungen stark sein möchte, sondern eine starke Gesamtmuskulatur habe möchte, empfehle ich Yoga.

Ich möchte halt beides.

Und so habe ich mich jetzt dazu entschieden, einmal Calisthenics auszuprobieren.

Was mir an Calisthenics gefällt?

Calisthenics ist natürlich nicht die ultimative Verbindung von Yoga und Krafttraining und kann weder das eine, noch das andere ersetzen, aber was mir an Calisthenics sehr gut gefällt sind folgende Dinge:

  • Es ist sehr natürlich
  • Man arbeitet mit dem eigenen Körpergewicht. Dadurch reduziert man die Verletzungsgefahr für Gelenke und Sehnen erheblich.
  • Man macht lauter Bewegungen, die man als gesunder Mensch sowieso durchführen könnten sollte
  • Man kann mit Calisthenics sehr wohl auch Muskelmasse aufbauen. Gerade für den Oberkörper gibt es unzählige Übungen, wo selbst die stärksten Gewichtheber mit ihrem eigenen Körpergewicht plötzlich völlig überfordert sind. Und hier rede ich nicht von Körperspannungsübungen.
  • Man trainiert mit Calisthenics viel mehr Muskeln und erhält dadurch einen leistungsfähigeren Bewegunsaparat. Ich habe Kraft in einem sehr breiten Bewegungsspektrum im Vergleich zu Krafttraining.
  • Durch Calisthenics erhalte ich einen sehr sehr muskulösen Körper, der viel natürlicher aussieht, als die Figuren, die im Fitnessstudio trainiert werden
  • Ich entwickle eine imense Körperspannung

Ein Gewichtheber könnte bei letztem Punkt einwenden, dass er gar nicht auf Körperspannung trainiert und das ist auch sein gutes Recht. Dann soll er Krafttraining machen. Mich fasziniert die immense Körperspannung, die Frank beispielsweise in obigem Video an den Tag legt.

Kurzum: Ich habe lange Zeit Krafttraining gemacht. Ich finde es cool, es macht Spaß und ist richtig ausgeführt, sicher auch gesundheitsfördernd. Gerade aber, wenn man zu optikfixiert wird, kann man sich schnell mal belasten, indem man die Nieren mit zuviel Eiweiß quält oder die Gelenke mit zu starken Gewichten bearbeitet. Meine Schultern knacken seit zwei Jahren, weil ich es eine Zeit lang mit zu starken Gewichten übertrieben habe. Das ist natürlich nicht der Fehler des Krafttrainings, es ist mein Fehler, ich sage nur: Beim Krafttraining gibt es für mich viel mehr Versuchung, mich zu verletzen, indem ich es übertreibe, als bspw. beim Yoga und eben bei Calisthenics.

Mein Calisthenics Ziel bis 30.03.2015

Heute ist Montag, der 02.03.2015 und ich habe begonnen, nach einem simplen Einsteigertrainingsplan zu trainieren. Calisthenics ist sehr vielseitig und man kann wirklich jeden Tag anders trainieren. Für den Anfang möchte ich mich aber mal an einen fixen Plan halten, um meine Fortschritte messen zu können. Nachdem ich die letzten zwei Monate nichts trainiert habe, beginne ich leicht und zwar mit folgendem Trainingsplan, für alle, die es interessiert. Die Zahl neben jeder Übung zeigt, wie viele Widerholungen pro Satz ich heute gemacht habe, die Zahl in Klammer zeigt mein Ziel an, das ich bis 30.03 erreicht haben will.

Jeder Zirkel wird 3x wiederholt.

Zirkel A:

  • Klimmzüge 5 (12)
  • Dips 8 (16)
  • Kniebeuge 20+15kg-Scheibe (40)

Zirkel B:

  • Körpergewichtsrudern
  • Liegestütze
  • Bulgarische Kniebeugen (jedes Bein)

Bauchmuskeln:

  • Hanging Knee raises 15 (30)
  • 1 Min Ellbow Plank (2 min.)
  • Max Crunches 10 (20)

Mein größtes Ziel ist aber, dass ich am Ende dieses Monats einen Muscle-Up schaffe. Für alle, die nicht wissen, was das ist, hier ein Video. Wer ist dabei?

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David ist Internet-Unternehmer mit Leidenschaft, Autor und Sprecher und seit seinem siebzehnten Lebensjahr im Internet selbstständig. Man kennt ihn für sein Buch "Online-Marketing für Selbstständige". David studiert Philosophie und Theologie an der University of Chester mit Schwerpunkt auf die altindische vedische Tradition.

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