Kai sagt: Geben wir den Frauen ihren Stolz zurück!

In welcher perversen Welt sind wir gelandet, wo Frauen keine Frauen mehr sein dürfen? Wo sie sich ihrer weiblichen Identität schämen müssen und alles daran setzen, jeglichen weiblichen Charakterzug auszumerzen, der ihnen im Wettbewerb mit dem männlichen Geschlecht von Nachteil sein könnte?

Der Feminismus hat es geschafft, den Frauen nicht nur ihr ureigenes Recht, Frau zu sein zu nehmen, er hat ihnen auch erfolgreich die Erinnerung daran genommen, was es überhaupt bedeutet, Frau zu sein!

Der Feminismus hat die Köpfe der Masse erfolgreich gehirngewaschen (oder vielmehr verschmutzt). Der Großteil der Charakterzüge, die einer Frau als Frau zustehen und sie stark, attraktiv und selbstbestimmt machen, sind heutzutage als rückständig, naiv, fremdbestimmt und schwach gebrandmarkt.

Ich frage euch, wo ist die Anerkennung für Frauen, die sich dafür entscheiden, liebevolle Mütter zu sein, die ihr Leben der Erziehung ihrer Kinder widmen? Es gibt keinen größeren Dienst an der Menschheit, als eine Mutter, die sich bewusst dafür entscheidet, ihre Kinder zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen. Eine solche Mutter macht aus ihren Kindern Götter, weil sie ihnen etwas gibt, was ihnen sonst niemand in so reiner Form geben kann: Selbstliebe. Die Liebe einer Mutter ist die Kraftnahrung für die Seele des Kindes. Ein Kind, das wirkliche Mutterliebe erfahren hat, ist seelisch unzerstörbar. Ein solches Kind ist in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Es ist belastbar und weil es sich selbst gern hat, kann es sich um andere kümmern, ohne ständig um Anerkennung und Akzeptanz buhlen zu müssen. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe eine solche Mutter. Aller gesellschaftlichen Herabwürdigungen zum Trotz hat sie uns immer klar gemacht, dass wir Kinder an erster Stelle bei ihr stehen und sie hat dies mit Taten bewiesen.

An dieser Stelle kommen wir zu einem sehr wichtigen Punkt, denn viele Leute werden hier einwenden, dass es doch überhaupt kein Widerspruch sei, eine erfolgreiche, karriereorientierte Mutter zu sein und trotzdem seine Kinder an erste Stelle zu setzen und ihnen die Liebe zu geben, die sie brauchen und auch verdienen.

Tut mir leid, dieser Einwand ist völlig weltfremd. Die heutige Arbeitssituation ist bereits für Arbeitnehmer ohne Kinder fast untragbar. Viele Freundinnen von mir arbeiten in PR-, Werbe- und Personal-Agenturen, haben dort All-in-Verträge (das heißt, sie bekommen keine Überstunden bezahlt) und verdienen dort für 40 Stunden die Woche nicht mehr als eine ungelernte Aushilfskraft! Berücksichtigt man die oft unverschämt vielen Überstunden, die verlangt werden, verdienen sie um einiges weniger, als eine Aushilfskraft! Es lebe der Feminismus! Was sagen Sie? Gerade solchen Zuständen wirkt der Feminismus doch entgegen? Dass ich nicht lache! Ich werde noch erklären, warum. Jetzt aber möchte ich noch den Punkt abschließen, wie Beruf und Mutter sein sich vereinbaren lassen.

Wie oben beschrieben, ist die heutige Arbeitswelt extrem fordernd. Eine Frau kann sich nicht vollzeit um Ihre Kinder kümmern und gleichzeitig auch noch arbeiten gehen. Warum sollte sie auch? Ist doch extrem unfair, schließlich wird das von den Männern auch nicht verlangt! Gelöst wird dieses Problem entweder dadurch, dass der Mann ganz oder teilweise mütterliche Pflichten übernimmt oder das Kind in eine ach so wunderbare Kindergrippe gesteckt wird. Tatsächlich sollten sich Kinder in Kindergrippen glücklich schätzen, denn dort werden sie von professionell ausgebildeten Fachkräften betreut und nicht von amateurhaften Müttern (Achtung, Sarkasmus).

Dass sich der Vater um das Kind kümmert, damit die Mutter arbeiten gehen kann, halte ich noch für das geringere der beiden Übel, gerade im Kleinkindalter, ist es aber dennoch ein Übel. Um diese Aussage zu untermauern, bedarf ich keiner großspurigen sozialanalytischen Argumente, sondern beziehe mich auf die zwei naheliegendsten Argumente, die die Natur selbst zur Verfügung stellt: Die linke und die rechte Brust einer Frau. Trotz all dem idiotischen, hochkomplexen, aber dennoch völlig inhaltsleerem Gequatsche hinsichtlich Kindererziehung, Genderthemen usw. das heutzutage kursiert, ist es eine Tatsache, dass Frauen zwei Brüste haben, die ihnen die Möglichkeit geben, ihre Kinder mit Muttermilch zu versorgen. Und für alle, die es vergessen haben: Nein, Brüste dienen in erster Linie nicht der Befriedigung sexueller Begierden. Ihr Hauptzweck besteht tatsächlich im Stillen von kleinen Kindern! Abgesehen davon, dass es keine bessere Nahrung für Babys gibt als Muttermilch, erfüllt das Stillen noch viel viel wichtigere Funktionen als die grobe physische Nahrungsaufnahme des Babys. Beim Stillen erfährt das Baby ein dermaßen intensives Gefühl von Geborgenheit, dass es davon ein Leben lang zehren kann. Es ist diese Geborgenheit, die Menschen mit dem so wichtigen Urvertrauen ausstattet, das sie benötigen, um zuversichtlich und positiv durchs Leben zu gehen.

Gerade in den ersten zwei bis fünf Jahren (ich wurde von meiner Mutter vier Jahre lang gestillt), ist die Mutter unersetzlich für ihr Kind. Wenn sie eine optimale Entwicklung Ihres Kindes wollen, kann auch der Vater die Mutter in diesen Jahren nicht ersetzen.

Noch viel schlimmer aber ist der zweite Lösungsansatz, mit dem man versucht, es Müttern zu ermöglichen, Kinder und Beruf zu vereinen: Die Kindergrippe. Hier verwehrt man dem Kind sein Recht, seine Mutter bei sich zu haben! Wir reden hier nicht von Volksschulkindern oder Teenagern. Wir reden hier von kleinen Kindern um Gottes Willen! Von kleinen Kindern, die noch früh genug lernen, wie sehr man im Leben alleine da steht. Sollte jetzt jemand einwenden, dass es ja gerade deshalb wichtig ist, dass man die Kinder schon früh zur Selbstständigkeit erzieht, indem sie lernen, ohne Mutter in einer Kindergrippe sein zu können, antworte ich: Das ist ungefähr so, wie wenn ich sage: „Ich bereite dich auf die kommende Hungersnot vor, indem ich dir nichts mehr zu essen gebe.“ Was für ein Unsinn! Du würdest nur völlig vorgeschwächt in die Hungersnot gehen und zu den ersten gehören, die den Löffel abgeben. Genauso verhält es sich mit den Kindern, die das Recht verloren haben, Ihre natürliche Bezugsperson um sich haben zu dürfen.

Lasst mich eines klarstellen: Ich spreche nicht davon, dass ein vierjähriger Bub jeden Moment am Rockzipfel seiner Mutter hängen muss. Sehr wohl spreche ich aber davon, dass ein vierjähriges Kind das Recht hat, seine Mutter in der Nähe zu haben. Ich selbst bin als kleiner Racker den ganzen Tag draußen mit den anderen Kindern herumgeteufelt und meine Mutter hätte den ganzen Tag weg sein können, ich hätte es wahrscheinlich nicht gemerkt. Aber wenn ich sie dann einmal brauchte, weil ich mir wehgetan hatte, weil ich mich von einem anderen Kind gemein behandelt gefühlt habe oder sie einfach vermisste, war sie da. Gerade weil ich wusste, dass sie immer für mich da ist, war ich so unabhängig. Ich bin mit dieser absoluten Zuversicht aufgewachsen, dass meine Mutter immer für mich da ist und diese Zuversicht, dieses wunderbare Gefühl ist es, das mich heute als selbstsicheren und überzeugten Menschen prägt. Interessanterweise war ich derjenige, der mit Freude bei seinen Freunden übernachtete, mit 10 Jahren ohne Eltern (natürlich aber mit Begleitung) in Frankreich unterwegs war und und und, während die selbstständigen Kinder so mancher „progressiven“ Eltern keinen Tag ohne ihre Mami aushielten. Auch kein Wunder, wenn man sich von Anbeginn seines Lebens seiner Mutter nicht sicher sein konnte.

Um zu dem Beispiel von vorhin zurückzukommen: So wie man jemanden auf eine Hungersnot am besten vorbereitet, indem man ihn topfit macht, ihn möglichst gut ernährt, all seine Vitamindepots und Ähnliches durch gute Ernährung auffüllt, so bereitet man Kinder am besten auf die negativen Seiten dieser Welt vor, indem man sie positiv stärkt. Wir bereiten unsere Kinder am besten darauf vor, dass das Leben hart ist, indem wir ihnen zur Seite stehen. Wir bereiten unsere Kinder am besten darauf vor, dass Leute gemein zu ihnen sein werden, indem wir gerecht zu ihnen sind. Wir bereiten unsere Kinder am besten darauf vor, dass es Leute geben wird, die sie nicht verstehen, indem wir uns die Zeit nehmen, ihnen zuzuhören. So funktioniert es. Ich möchte hier anmerken, dass ich damit nicht meine, dass wir unseren Kindern alles erlauben, bei jedem Laut des Kindes sofort angerannt kommen müssen und dem Kind jeden Wunsch erfüllen müssen. Im Gegenteil ist es natürlich und wichtig, dass wir dem Kind beibringen, dass es Grenzen zu respektieren hat und wir als Eltern ebenfalls Bedürfnisse haben und nicht die ganze Zeit nach dem Willen des Kindes hüpfen und springen, aber dies soll auf der Grundlage passieren, dass das Kind weiß, dass es sich zu hundert Prozent darauf verlassen kann, dass wir für es da sind. Doch dies ist ein Thema für einen eigenen Artikel.

Feminismus ist eine Schweinerei, wenn er dazu führt, dass Frauen nicht mehr Frauen sein dürfen und Kinder ihre Mütter verlieren. Feminismus sollte Frauen darin bestärken, Frauen sein zu dürfen. Und erzählt mir nicht, dass er das tut! Als Lippenbekenntnis ja, aber all seine Handlungen sind dem völlig entgegengesetzt. Es ist Scheinheiligkeit pur!

Die feministische Bewegung sollte sich für eine Wirtschaft einsetzen, die es unnötig macht, dass beide Eltern arbeiten gehen müssen. Sie sollte sich dafür einsetzen, dass Mütter bei ihren Kindern bleiben dürfen, gerade in den ersten Lebensjahren. Der Feminismus sollte sich dafür einsetzen, dass Mütter ausführlich von gut geschulten Personen lernen, wie man seine Kinder richtig erzieht und zu glücklichen, emotional gesunden Menschen entwickelt, denn es ist natürlich ein Unterschied, ob eine Mutter zuhause sitzt und gammelt, während ihr Kind verwahrlost oder sie sich bewusst um ihr Kind kümmert und es erzieht und fördert.

Vor allem aber sollte sich der Feminismus dafür einsetzen, den Müttern zu zeigen, welch unglaublichen Dienst sie der Gesellschaft erweisen. Mütter arbeiten! Mehr wie jeder andere! Doch wenn sie ihre Arbeit nicht gerne tun, weil ihnen jeder einredet, dass sie etwas tun, das man nur nebenbei zu machen braucht, kommen auch dementsprechend schlechte Resultate in Form von unsicheren, mit sich selbst unzufriedenen und emotional unausgereiften Erwachsenen (schließlich werden Kinder irgendwann erwachsen).

Seien wir also wirklich feministisch und feiern wir die Mütter, die sich gerne um ihre Kinder kümmern. Geben wir ihnen wieder das Gefühl, dass sie Großartiges schaffen und unterstützen wir sie in ihrem Wunsch, ihre Kinder nicht nur irgendwie über die Runde zu bringen, sondern tatsächlich zu erziehen, zu fördern und als wunderbare Menschen zu formen! Geben wir den Frauen ihren Stolz zurück! Sie bilden unsere Leistungsträger von morgen. Zieht euren Hut vor einer Frau, die ihr Baby stillt. Tritt ihr mit höchster Hochachtung entgegen! Nehmt euch Frauen zum Vorbild, die die Eier haben, sich voll ihren Kindern zu widmen. Sie sind die wahren Heldinnen.

The following two tabs change content below.

Kai Lebenbaum

Kai Lebenbaum ist freischaffender Journalist, Vater zweier Kinder und betreibt einen vollbiologischen Bauernhof in der Nähe von Salzburg. Soziale und wirtschaftliche Themen sind ihm eine Herzensangelegenheit und er nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, soziale Missstände anzusprechen und Lösungen aufzuzeigen.

Neueste Artikel von Kai Lebenbaum (alle ansehen)

Was ist deine Meinung? Diskutiere mit...